Das Fach Werte und Normen

Das Fach Werte und Normen

Das Fach Werte und Normen bietet allen Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse eine Alternative zum konfessionell gebundenen Religionsunterricht. Im Mittelpunkt steht dabei die auf Werteorientierung und Wertereflexion beruhende Entwicklung der Persönlichkeit des Einzelnen. Dabei sollen das eigene Denken und Handeln kennengelernt und vor dem Hintergrund verschiedener Sichtweisen – beispielsweise aus der Traditionsgeschichte der Philosophie – reflektiert werden.

Der Unterricht im Fach Werte und Normen vermittelt zum einen Kenntnisse über die in der Gesellschaft gültigen Wertevorstellungen und leistet einen Beitrag zur Werteorientierung, die in humanistischer und christlicher Tradition steht (§ 2 NSchG).

Darüber hinaus sind im Fach Werte und Normen „religionskundliche Kenntnisse […] und der Zugang zu philosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen zu vermitteln.“ (§ 128 NSchG)

An der RICARDA! bilden die schulinternen Lehrpläne die vielfältigen Themenbereiche aus den verschiedenen Bezugswissenschaften wie Philosophie, Religionswissenschaften, Politik-Wirtschaft, Geschichte und Psychologie inhaltlich und methodisch ab. Die Fragen nach ethischer Urteilskraft, nach Wahrheit und Erkenntnis sowie nach Werteorientierung in lebensanschaulichen und religiösen Diskursen stellen dabei die didaktischen Grundpfeiler für die Arbeit im Unterricht dar (vgl. Kerncurriculum Werte und Normen, Sek. I, S. 6f.). Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Methode „Philosophieren mit Kindern“.

Die Fachgruppe Werte und Normen hat sich darauf verpflichtet, im Unterricht einen expliziten Bezug zum Leitbild der RICARDA! herzustellen. Das gilt insbesondere für die Diskussion und
Vermittlung von Wertvorstellungen, gerade im Hinblick auf eine ganzheitliche, humanistische Persönlichkeitsentwicklung (vgl. §2 des NSchG):

• der respektvolle, vorurteilsfreie Umgang miteinander
• ein fairer Umgang mit Konflikten
• eine Perspektive auf umfassende, ganzheitliche Bildung
• angstfreie Kommunikation untereinander und im Unterricht
• Fähigkeit zur Selbstreflexion und Eigenverantwortung
• Befähigung zur mündigen Partizipation in der Gesellschaft
• Engagement für soziale, kulturelle und ökologische Belange

Unser gemeinsames Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler von Anfang an in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und ihrem verantwortungsvollen und mündigen Leben in der Gemeinschaft pädagogisch zu begleiten und zu stärken sowie zur kritischen Selbstreflexion anzuhalten.
Grundlage für diese Arbeit sind für den Unterricht in der Sekundarstufe I exemplarisch folgende Fragen:

• Wie kann ich ein glückliches, selbstbestimmtes Leben führen?
• Was macht meine Individualität und meine Persönlichkeit aus? Wie möchte ich meine Zukunft gestalten?
• Was sind meine Stärken, was sind meine Schwächen?
• Wie gelingt ein werteorientiertes Leben in der Gemeinschaft?
• Wie gehe ich mit Erfolg und Misserfolg um?
• Wie begegne ich dem Anderen/Fremden?
• Was kennzeichnet Freundschaft und Liebe?
• Wie gestalte ich mein Verhältnis zur Sexualität?
• Wie gehe ich konstruktiv mit Krisen um? Wie erkenne ich Krisen, auch bei meinen Mitschülern?
• Warum glauben Menschen? Welche Rolle haben Religionen und Weltanschauungen in unserer Gesellschaft?
• Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben die verschiedenen Religionen?
• Was gibt mir Orientierung jenseits vom Glauben?

Besondere unterrichtliche und außerunterrichtliche Schwerpunkte bilden in Jahrgang 9 die inhaltliche Vorbereitung des Sozialpraktikums (Umgang mit Krisen, insbesondere Altern, Krankheit, Sterben, Tod), in Jahrgang 10 die Berufsorientierung sowie in Jahrgang 11 ein religionskundlicher Unterrichtsgang (z. B. ins Haus der Religionen). Ab Jahrgang 10 regen wir die Teilnahme an philosophischen Essaywettbewerben an.
In Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen des Faches Philosophie soll regelmäßig eine AG „Begabtenförderung“ bzw. eine „Philosophie-AG“ für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 angeboten werden.
In der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 bis 13) ist der Unterricht in Werte und Normen im Unterschied zum Fach Philosophie primär an einer werteorientierenden, philosophisch und ethisch reflektierten Lebensführung ausgerichtet, die auch theoretisch reflektiert wird. Ein wiederkehrender Bezugspunkt des Unterrichts stellt dabei das ethische verantwortliche Handeln im Hinblick auf Individuum und Gesellschaft dar:

Individuum und Gesellschaft, insbes. Recht und Gerechtigkeit (Jg. 11)
Bedeutung und Funktionen von Religionen und Weltanschauungen, insbes. deren gesellschaftlichen Implikationen (Jg. 11)
Anthropologie, insbes. Menschenbilder in Wissenschaften, Religionen und Weltanschauungen (Jg. 12)
Ethik, insbes. Grundpositionen normativer Ethik und angewandter Ethik (Jg. 12)
Wahrheit und Wirklichkeit, insbes. hinsichtlich der Frage nach Wahrheitsansprüchen (Jg. 13)
Lebensentwürfe, insbes. Fragen nach Sinn, Glück und gelingender Zukunftsgestaltung (Jg. 13)

Die KollegInnen der Fachgruppe Werte und Normen der RICARDA, das sind:

Herr Rassiller (RAS)
→ (Fachobmann)

• Frau Behrens (BEH)
• Frau Grages (GRA)
• Frau Heinrich (HNR)
• Frau Köppert (KOE)
• Herr Linstaedt (LIN)
• Frau Schöll (SCO)
• Herr Dr. Vahbrook (VAH)
• Herr Wignanek (WIG)